Wie die Zeit vergeht

In den 80er Jahren konnte man noch eine Vielzahl von kleinen landwirtschaftlichen Betrieben in den ländlichen Gebieten finden. Heute ist die Zahl von kleinen Bauernhöfen stark zurückgegangen. »Das lohnte sich einfach nicht mehr. Heute könnten wir davon nicht mehr leben.« So beschreiben es sinngemäß die Protagonisten dieser Fotoserie. Es handelt sich bei den Personen um drei Geschwister, die in den dreißiger Jahren geboren wurden. Schon im frühen Kindesalter waren die Geschwister auf dem elterlichen Hof in die tägliche körperliche Arbeit eingebunden. Nach ihren Hochzeiten entschlossen sich alle drei eigene Landwirtschaften zu betreiben. Neben den bis zu 50 Milchkühen, die ihre Haupteinnahmequelle darstellten, gab es vereinzelt weitere Tiere, die oftmals für die Verpflegung der Familie dienten. Jeder der drei Geschwister gründete eine eigene Familie und wie auch sie es gelernt hatten, wurden auch ihre Kinder in den routinierten Tagesablauf eingebunden. Doch nicht einer der insgesamt neuen Kinder hat sich dafür entschieden den elterlichen Hof weiterzuführen. Als die körperlich schwere Arbeit immer anstrengender wurde und die gesundheitlichen Probleme mehr wurden, gaben die Geschwister nach und nach ihre Betriebe auf. Bis heute leben sie inmitten ihres Lebenswerkes und sehen dabei zu, wie sich die Zeit und die Natur langsam darüber legt.

2011 Freie Projektarbeit
Fotografische Dokumentation